Dienstag, 17. Oktober 2017 22:18

Feuerwehr-Seminar

Jörg Schönfeld                                                                                  Horst, 02.12.2012

Freiwillige Feuerwehr Horst

 

 

 

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen einmal mehr, dass die Anforderungen an jeden einzelnen Feuerwehrmann ständig steigen.

Diese Erkenntnis hat einige Kameraden unserer Wehr dazu veranlasst, einen Seminartag

„Feuerwehr“ ins Leben zu rufen.

Spontan kamen 15 FeuerwehrkameradInnen zusammen,  um an dieser Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen.

Wir entschlossen uns, zwei Themenbereiche anzubieten:

Thema I          Löschangriff mit Personenrettung unter Einsatz von Atemschutzträgern

Thema II         Technische Hilfe bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen

 

Am Morgen des 24.11.2012 trafen sich alle Teilnehmer um 07.45 Uhr im Gerätehaus und verlegten in einen zivil genutzten Kasernenkomplex nach Albersdorf.

In einem ehemaligen Kompaniegebäude wurde der Themenbereich Löschangriff unter Einsatz von Atemschutzgeräteträgern durch einen erfahrenen Ausbilder theoretisch vorbereitet.

 

Danach hieß es dann aufgesessen und los. Eine komplette Löschgruppe erhielt die Aufgabe, einen sehr realistisch dargestellten Zimmerbrand im 2. OG zu löschen.

Zum Einsatz kam ein LF 16/12 mit kleinem Rettungssatz und ein MZF.

Und da die Tücke bekanntlich ja im Detail steckt, lief zunächst einiges nicht so, wie es laufen sollte.

Der Angriff wurde abgebrochen, besprochen und erneut angegangen; und siehe da, es geht.

Schön, wenn Zeit während solcher Übungen keine Rolle spielt.

Wasser am Strahlrohr, mehrere Geschossebenen, Anleitern, Personensuche und –rettung,

Einsatz des Rauchvorhangs, Hohlstrahlrohreinsatz, das zerrt an der Kraft.

Nach dem dritten Löschangriff war es Zeit für die Essensausgabe. Kohldampf hatte jeder, denn alle Beteiligten hatten ihre Reserven aufgebraucht. Da tat die Stärkung richtig gut.

Nach einem kleinen Plausch ging es wieder in den Einsatz.

Die angenommene Lage lautete: Ein Pkw war gegen ein Hindernis geprallt und in Seitenlage zum Stillstand gekommen.

Der Fahrzeugführer war herausgeschleudert worden und ein Kind klemmte auf dem Beifahrersitz.

Das Fahrzeugdach wies massive Verformungen auf. Die Stabilisierung des Autos sowie der Zugang zum verletzten Kind und dessen Erstversorgung stellten die Einsatzkräfte vor einige

Probleme. Die eingesetzten KameradInnen konnten durch gute Absprache und Zusammenarbeit die eingeklemmt Person sehr planvoll und schonend befreien.

Für die Kameraden mit ein wenig mehr Erfahrung hatte die Übungsleitung den Schwierigkeitsgrad bei der Personenrettung aus dem verunfallten Fahrzeug deutlich angehoben.

Der Pkw war zuvor von einem echten Fachmann dermaßen deformiert worden, dass es einem

alleine beim Hinsehen kalt über den Rücken lief. Nur der Kopf der eingeklemmten Person war noch leicht zu Erkennen. Alles andere bestand aus verbogenem Metall und unter Spannung stehendem Kunststoff.

Der Zugang zum Eingeklemmten war durch eine Betonmauer auf der Fahrerseite erheblich

eingeschränkt.

Und als wenn es nicht schon genug Schwierigkeiten gäbe, nun wurde die Mannschaft auch noch unter Zeitdruck gesetzt. Sie erhielten eine Zeitvorgabe von max. 15 Minuten für das schonende Retten der verletzten Person.

 

Trotz aller Anspannung wurde ruhig und konzentriert gearbeitet. Man arbeitete parallel an

zwei Rettungsöffnungen. So etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen.

 

Nach 11 Minuten war die Arbeit getan. Diverse Köpfe dampften bei feuchtem Wetterunter den Helmen.

Es ist beruhigend, wenn man Kameraden an seiner Seite weiß, die in ausweglos scheinenden Situationen die Nerven behalten und dadurch einen Weg finden ans Ziel zu gelangen.

 

Auch dieser Teil des Tages ging nun zu Ende und wir ließen den Abend gemeinsam ausklingen.

Alle waren sich einig. Wir werden solche Ausbildungstage wiederholen!

 

Jörg Schönfeld

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