Mittwoch, 13. Dezember 2017 21:52

Albersdorf 2014

Kreisübergreifende Powerausbildung der Feuerwehr

 

fwke

Ende September konnte eine 16-köpfige Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Horst/Holstein mit einer verstärkten Gruppe der Feuerwehr Albersdorf im dortigen Dithmarsenpark einen arbeitsreichen und interessanten Ausbildungstag erleben. Jörg Schönfeld, seit 21 Jahren Mitglied der Feuerwehr Horst und dortiger Gruppenführer, hatte die Idee dazu. Durch seine Arbeitstelle in der ehemaligen Kaserne der Bundeswehr – jetzt Ditmarsenpark- kennt er das Gelände gut. Zusammen mit Björn Surdyk aus der Wehr Albersdorf arbeitete er sieben verschiedene Szenarien aus, die den Brandschützern körperlich und taktisch einiges abverlangte. Denn es galt in jeder Situation die richtigen Befehle zu geben, um das Feuer schnell zu löschen oder Verletzte patientengerecht zu retten. Die 26 Einsatzkräfte konnten bei den Aktionen auf drei Löschgruppenfahrzeuge zurückgreifen, die sowohl eine Ausrüstung für die Brandbekämpfung als auch für die technische Hilfeleistung an Bord hatten. Nach einer theoretischen Einweisung mit einem PC-Vortrag über den Einsatz von speziellen Fahrzeug-Abstützungen bei Verkehrsunfällen begannen die Übungen. Vormittags standen drei Szenarien des Feuerlöschens auf dem Programm. Zunächst galt es einen Kellerbrand im Heizungsraum bei starker Rauchentwicklung (dargestellt durch Nebelmaschinen) zu bekämpfen. Als dabei das Treppenhaus nach Einsturz nicht mehr als Rückweg zur Verfügung stand, mussten sich die Atemschutzgeräteträger mühsam einen Rettungsweg im weitläufigen Keller suchen.

Einen Küchenbrand mit zwei vermissten Personen im ersten Geschoss eines Wohnblocks forderten die Kräfte danach. Teilweise über Steckleitern teils durch das Treppenhaus vordringend galt es, in den verqualmten Räumen die Personen zu finden, zu retten und die Brandbekämpfung aufzunehmen. Und das alles in kriechender Fortbewegung, um wenigstens etwas Sicht zu haben. Während dies Gruppenübungen mit einzelnen Fahrzeugen waren, sollte die letzte als Zugübung mit allen drei Fahrzeugen die Kräfte noch besonders fordern. Realistisch vorbereitet war es die Aufgabe der Zug- und Gruppenführer einen über zwei Wohnungen entwickelten Brand im zweiten Geschoss mit fünf eingeschlossenen Personen in den Griff zu bekommen. Etliche Atemschutztrupps, Mannschaften, die die Wasserversorgung aufbauten, Kräfte, die die Verletztenbetreuung übernahmen, die Einsatzleitung – alle waren äußerst beansprucht. Als dann noch eine Mayday-Meldung hinzu kam, musste der Einsatzablauf wieder neu disponiert werden. Bei dieser Meldung liegt ein Eigenunfall eines eingesetzten Atemschutzgeräteträgers vor. Deshalb mussten die Helfer umgehend überlegen wie sie ihren Kameraden am schnellsten nach draußen bringen. All dies geschah unter den Augen der Übungsleitung von Jörg Schönfeld, Björn und Thomas Surdyk. Sie kritisierten und lobten die durchgeführten Maßnahmen, nachdem alle Hilfskräfte die gestellten Aufgaben abgearbeitet hatten. Nach einem kräftigen Mittagessen starteten die Übungen zur technischen Hilfeleistung. Vier verschiedene Unfälle waren vorbereitet: Ein Pkw in Dachlage mit eingeklemmten Fahrer, zwei frontal aufgefahrene Autos mit darin befindlichen Personen, Seitenaufprall eines Fahrzeugs auf ein stabiles Hindernis mit eingeklemmten Beifahrer und ein zwischen Containern eingeklemmten Van, der geöffnet werden musste. Dank der durch den Arbeitgeber geschaffenen Möglichkeiten des Platzwartes des Dithmarsenparkes konnten mit Bagger und Gabelstapler die Fahrzeuge so deformiert werden, dass die Retter auch hier realistische Bedingungen vorfanden. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der technischen Hilfeleistung gelangt es im schweißtreibenden Einsatz besonders mit Rettungsschere, -zylindern und -spreizern die Personen zu befreien. Jeder Verkehrsunfall war anders, jedes Mal mussten die Hilfskräfte neu überdenken, welches die beste und patientenschonenste Methode der Befreiung war. Nach den Übungen wurde in der Manöverkritik über die Rettungsmethoden gesprochen und mit bereits gemachten Erfahrungen ergänzt. Möglich wurde dieser Ausbildungstag nur durch das besondere Entgegenkommen der Eigentümer des Dithmarsenparkes, Steffen Vollert und Markus Boldt, die die Feuerwehr unterstützt hatten, realistische Übungsszenarien auf dem Gelände durchzuführen. Ein weiterer Dank galt einigen ortsansässigen KFZ-Betrieben, die die benötigten Unfallfahrzeuge zur Verfügung stellten.

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Klaus Rahlf

Mitglied der FF Horst/Holstein

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Pressebericht aus der Norddeutschen Rundschau

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