Dienstag, 17. Oktober 2017 22:20

Entstehung der First Responder

Entstehungsgeschichte der First-Responder-Gruppen im Kreis Steinburg

zum 10-jährigen Bestehen

Die Freiwillige Feuerwehr Horst entschloss sich 1998 eine spezielle Erste-Hilfe-Gruppe ins Leben zu rufen. Oftmals waren die Einsatzkräfte bei einem schweren Verkehrsunfall mit den verletzten Personen schnell überfordert. Auf den Löschfahrzeugen war nur Sanitätsmaterial (Verbandskasten) für Ersthelfer-Maßnahmen vorhanden. Dadurch kam es an der Einsatzstelle zu einer unbefriedigenden und uneffizienten Patientenversorgung bis zum Eintreffen des Rettungswagens. Das Therapiefreie Intervall will man so kurz wie möglich halten. Da der Rettungswagen häufig lange Anfahrtswege hat und die Sanitätsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr wesentlich schneller den Einsatzort erreicht, überlegte man sich bestimmte Kriterien für den Einsatz der First- Responder.
Die wichtigsten Kriterien sind:
- nicht ansprechbare/leblose Person
- Atemstillstand
- Reanimation
- Polytrauma


Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Sanitätsgruppen in diesem Bereich. Somit musste sich die Freiwillige Feuerwehr Horst selbst etwas einfallen lassen. Der Löschmeister Gunnar Sievers, hauptberuflich Rettungsassistent und Breitenausbilder, hat sich entschlossen, mit einer kleinen Gruppe Kameraden eine Sanitätsausbildung durchzuführen. Zum Abschluss der Ausbildung San A/B findet eine Prüfung statt. Im Jahr 1999 war die Ausbildung von damals 17 Einsatzkräften abgeschlossen. Es wurde der Leitstelle, eine zu der Zeit noch „Sanitätsgruppe“ genannte, einsatzbereite Mannschaft gemeldet. Einsätze gab es für die Sanitätsgruppe zu diesem Zeitpunkt kaum.

Bereits ein Jahr später (2000) wurde der Name „Sanitätsgruppe“ in „First-Responder-Gruppe Horst“ geändert.
Da sich die technische Ausrüstung, sowie der medizinische Wissensstand fortwährend weiterentwickelt, wurden pro Jahr sechs Sonderdienste eingerichtet. In diesen Diensten wird Neues vermittelt und bereits Erlerntes vertieft.
Im Jahr 2004 haben sich die Feuerwehren Glückstadt und Wilster erfreulicherweise auch dazu entschlossen, eine First-Responder-Gruppe aufzubauen.

Eine große Erneuerung kam 2005 auf die First-Responder-Gruppen zu. Es wurde ein Kooperationsvertrag mit den Gemeinden, der Kreiswehrführung und dem Rettungsdienst geschlossen. In diesem Vertrag wurden folgende Indikationen für einen First-Responder-Einsatz festgeschrieben:
- der Rettungsdienst kann seine Hilfsfrist nicht einhalten
- weitere Rettungsmittel sind erforderlich, treffen jedoch später ein
- bei Großschadensfällen im Kreisgebiet
- bei einem internistischen/chirurgischen Notfall, wenn der Einsatz eines Frühdefibrillators notwendig erscheint (z.B.: nicht ansprechbare oder leblose Person, Atemstillstand, Reanimation, Polytrauma)


Dies hatte zur Folge, dass für alle First-Responder-Gruppen dieselben Voraussetzungen / Standards bestehen müssen, wie z.B. die Ausrüstung, die Ausbildung und die Kennzeichnung. Somit wurde 2005 in der First-Responder-Gruppe Horst ein Defibrillator (AED), Sauerstoff- und Intubationsgeräte, Beatmungsbeutel, Absaugung, sowie diverses Schienmaterial angeschafft. Da man zur Nutzung eines Defibrillators besondere Kenntnisse benötigt, wurden die Sonderdienste zur Aus- und Weiterbildung von sechs auf acht Dienste erhöht.
Aufgrund einer Umstrukturierung innerhalb der Feuerwehr Horst Mitte 2007, kam es zu einem Führungswechsel der First – Responder - Gruppe.
Gunnar Sievers übergab die Leitung an Jens Schroeder, hauptberuflich in der Berufsfeuerwehr Hamburg und bereits Kamerad der Feuerwehr Horst. Mit den Veränderungen und dem Wachstum änderte sich auch das Erscheinungsbild der First – Responder - Gruppe. Es wurden blaue Westen mit gelben Leuchtstreifen und orangefarbene Rückenschilder „FIRSTRESPONDER“ in Tagesleuchtfarbe beschafft. Die Rückenschilder sind bei Dunkelheit nachleuchtend. Zusätzlich gibt es ein Rettungsmesser für die Weste.
Die Gruppenstärke hat sich mittlerweile auf 25 ausgebildete Einsatzkräfte erhöht. Diese sind aufgeteilt in 6 Rettungsassistenten, 2 Rettungssanitäter und 17 San A/B ausgebildete Kräfte. Alle Einsatzkräfte erhielten runde Embleme zum Befestigen an der Weste. Auf diesen Emblemen ist zu ersehen, welche Ausbildung derjenige hat.
Dies dient zur besseren Kommunikation mit dem am Einsatzort befindlichen Rettungsdienst. Zurzeit läuft unter der Leitung von Gunnar Sievers eine weitere Ausbildungsgruppe zum San A/B. In dieser Gruppe befinden sich auch Mitglieder benachbarter Wehren. Das Interesse an der San A/B Ausbildung ist erfreulicherweise sehr hoch.
Seit der in Dienst gegangenen First-Responder-Gruppe Horst in 1998 und der Gruppen Glückstadt und Wilster in 2005 befinden sich die Einsatzzahlen im dreistelligen Bereich. Die Tendenz ist fortwährend steigend.


Gunnar Sievers, Leiter der First-Responder-Gruppe in Horst
Januar 2012

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