Mittwoch, 13. Dezember 2017 21:49

Entwicklung der Wehr

Auch vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Horst im September 1884 hat das Löschwesen in Horst seine Beachtung gefunden. Als bestes Beispiel hierfür gilt wohl die Beschaffung einer Feuerspritze mit Zubehör aus Überschußmitteln vom Neubau der Horster Kirche FF Kamerad aus den Jahren 1768-1773. Die damaligen Kirchenältesten der Kirchenaufsichtsbehörde genehmigten den Vorschlag, für maximal 500.- Mark Corant eine Spritze zu beschaffen. Allerdings wurde damals zur Bedingung gemacht, daß zur Bedienung und Unterhaltung des Gerätes ein Spritzenmeister bestellt werden mußten.

Dem Spritzenmeister sollten genaue Dienstanweisungen erteilt und aus der Kirchenkasse bezahlt werden. Zur Unterstellung der Spritze wurde ein Platz in dem damaligen Materialschuppen vorgesehen, in dem auch die Beerdigungsgeräte untergebracht waren. Dieser Schuppen neben dem Glockenstuhl auf dem alten Friedhof war somit das erste Feuerwehrgerätehaus in der Gemeinde Horst. Die Spritze wurde dann 1775 von der Firma Nicolaus Bieber aus Hamburg geliefert. Ortsansässige Handwerker fertigten zwei Wagen mit Wasserkupen dazu an. Die ersten Spritzenmeister waren Marten Siemen und Peter Timmermann.

1. Der Sprützenmeister muß jährlich dem Befinden nach drei oder vier Mal die Spritze probieren und jedesmal genau visitieren, ob etwas daran schadhaft und solches sogleich den Juranten anzeigen und sooft es nötig ist, die Schlangen und Wagen zu schmieren, wofür die Juranten die Bezahlung besorgen.

2. Wenn im Kirchspiel Horst eine Feuersbrunst entstehen sollte, so muß der Spritzenmeister sich mit seinen Assistenten samt der Spritze und Zubehör sogleich nach dem Feuer begeben und dasselbe nach Möglichkeit löschen helfen.

3. Nachher muß der Spritzenmeister die Spritzenkupen und alles Zubehör trocknen, reinigen und visitiren, ob etwas schadhaft geworden, verbessert werden und ins Spritzenhaus besorgen.

Wie wurde die Arbeit entlohnt?

Hier heißt es: Der Spritzenmeister bekommt jährlich 6.- Mark Courant. Sodann bei jeder Feuersbrunst 3.- Mark Courant. Die Assistenten jedesmal, wenn die Spritze probiert wird, als zu welcher Zeit selbige auf des Spritzenmeisters Aufforderung erscheinen müssen a Mann 6 Schilling. Sodann bei jeder Feuersbrunst a Mann 12 Schilling. Ist der Schade und Brand abwärts auf einem Dorfe, so bekommt derjenige, der die Spritze beibringt, für die Pferde 3.- Mark Courant. Für jede Kupe wurde 1,08 Mark Courant bezahlt. Ist es im Kirchdorf, so bekommt der Erste für die Spritze 1,08 Mark Courant. Sodann für jede Kupe 12 Schilling

Welches die Juranten die Bezahlung besorgen.

So denn soll auch der Schadenleider, wenn die Spritze Nutzen Schaft, beim Feuer, dem Spritzenmeister und den Assistenten dem Befinden nach seine Mühe vergüten. Laut dieser Konditionen übernehmen und bescheinigen mit ihres Namens Unterschrift der Spritzenmeister Peter Siemen und 6 Assistenten, Joh. Peter Schwarz, Joh. Reimers, Michel Scheef, Michel Siemen, Hans Plotz ,und Jon. Wohlenberg.

So geschehen im Jahre 1794.

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